Die Methode des kritischen Pfads (CPM, Critical Path Method) ist ein Verfahren zur Projektterminierung, das Ende der 1950er-Jahre entwickelt wurde. Sie modelliert ein Projekt als Netzwerk von Vorgängen, die durch Abhängigkeiten verbunden sind, und berechnet anschließend die längste Kette aufeinanderfolgender Vorgänge: Dieser „kritische Pfad“ bestimmt die Mindestdauer des Projekts.
Konkret berechnet man für jeden Vorgang seine frühesten und spätesten Termine (durch eine Vorwärts- und anschließend eine Rückwärtsrechnung im Netzwerk), wodurch sich seine Pufferzeit (Float) ergibt. Die Vorgänge des kritischen Pfads haben einen Puffer von null: Jede Verzögerung bei einem von ihnen verschiebt den Endtermin des Projekts in gleichem Maße. Umgekehrt kann ein Vorgang mit Puffer sich in gewissen Grenzen verschieben, ohne den Endtermin zu beeinflussen.
Die CPM ist wertvoll, um Prioritäten zu setzen: Sie zeigt, wo Aufmerksamkeit und Ressourcen zu bündeln sind und welche Vorgänge bei Termindruck zuerst zu überwachen sind. Sie wird fast immer gemeinsam mit dem Gantt-Diagramm eingesetzt, das sie visuell darstellt, wobei der kritische Pfad häufig durch eine eigene Farbe hervorgehoben wird.
Im Modul Projekte von eyeot wird der kritische Pfad anhand der Vorgangsdauern, ihrer Abhängigkeiten (Ende-Anfang, Anfang-Anfang, Ende-Ende, Anfang-Ende) und ihrer Zeitabstände neu berechnet, um die pufferfreie Vorgangskette herauszustellen, die den Endtermin festlegt. Die Verfolgung von Terminabweichungen setzt sich anschließend mit der Earned-Value-Analyse fort.